Das Trolley-Problem
- Foot's 1967 runaway-trolley spur casenoch nicht geprüft
- Thomson's footbridge and the intuition splitnoch nicht geprüft
- Double effect and personal-versus-impersonal harmnoch nicht geprüft
- Self-driving cars and the Moral Machinenoch nicht geprüft
1967 veröffentlichte Philippa Foot — englische Philosophin in Oxford und Enkelin des US-Präsidenten Grover Cleveland — einen Aufsatz mit dem Titel The Problem of Abortion and the Doctrine of Double Effect, der fast nebenbei ein kurzes Beispiel enthielt: ein außer Kontrolle geratener Trolleywagen rast auf fünf Arbeiter auf dem Gleis zu, und Sie können ihn auf ein Nebengleis lenken, wo er nur einen tötet. Die meisten sagen: umlenken. Judith Jarvis Thomson (1976, 1985) baute das Beispiel aus: Sie stehen jetzt auf einer Fußgängerbrücke über dem Gleis, neben Ihnen ein kräftiger Fremder, dessen Körper den Wagen anhalten würde, wenn man ihn hinunterstößt — und die meisten weigern sich. Beide Fälle rechnen mit derselben Arithmetik — ein Tod, um fünf zu retten —, lösen aber gegenläufige Intuitionen aus. Die Literatur, die aus diesem Gedankenexperiment gewachsen ist, spannt sich heute über fünfzig Jahre.
Die Fälle ordnen sich auf einer Skala der Intuitionen: das Standard-Trolley (Hebel ziehen, einen töten, fünf retten) wird meist gebilligt; die Fußgängerbrücke (den schweren Fremden hinunterstoßen, um den Wagen zu stoppen) meist abgelehnt; die Loop-Variante spaltet die Intuitionen; der Transplantationsfall (einen gesunden Patienten töten, um seine Organe für fünf Sterbende zu nehmen) wird so gut wie einhellig zurückgewiesen. Die utilitaristische Arithmetik sieht alle vier als gleich. Drei Anläufe, die Lücke zu systematisieren: die Doktrin der Doppelwirkung aus der mittelalterlichen Scholastik, wonach man eine üble Folge als Nebenwirkung einer auf ein gutes Ziel gerichteten Handlung in Kauf nehmen darf, sie aber nicht als Mittel beabsichtigen darf (der Tod des Arbeiters wird im Standard-Trolley vorhergesehen, in der Fußgängerbrücke beabsichtigt); die Unterscheidung persönlich versus unpersönlich (Joshua Greene, ab 2001), bei der die Fußgängerbrücke ein körperliches Stoßen verlangt — Greenes Bildgebung zeigt, dass persönliche Dilemmata medial-präfrontale und posterior-cinguläre Emotionsareale stärker aktivieren als unpersönliche, was seinen Zwei-Prozess-Ansatz stützt; und Thomsons spätere Auffassung, die Asymmetrien hingen womöglich an nichts moralisch Bedeutsamem und seien bloß kognitive Gewohnheiten, die einer Prüfung nicht standhalten. Die empirische Literatur — Greenes Labor, Fiery Cushmans Arbeiten, das Moral-Machine-Experiment mit Millionen Teilnehmern an autonomen-Fahrzeug-Analoga — hat eine robuste persönlich/unpersönlich-Unterscheidung, eine reale, aber sekundäre kulturelle Streuung und starke Framing-Effekte dokumentiert. Kritiker (Barbara Fried, David Edmonds) halten dagegen: fiktive Dilemmata mit perfekter Information bilden reale Situationen mit Unsicherheit, wiederholten Interaktionen und reicherer Handlungsfähigkeit schlecht ab; Verteidiger entgegnen, gerade der Kunstgriff sei der Punkt, weil er die moralischen Variablen vom Rauschen der wirklichen Welt isoliere.