Die drei großen Eisschilde & der Meeresspiegelanstieg
- Greenland, West and East Antarctica, ~65 mnoch nicht geprüft
- Marine-grounded retrograde-bed instabilitynoch nicht geprüft
- 4.4 mm/yr (mid-2020s), doubled since the 1990snoch nicht geprüft
- Committed rise the coasts are locked intonoch nicht geprüft
Die Erde trägt drei größere Eisschilde: Grönland, die Westantarktis und die Ostantarktis. In ihnen steckt so viel gefrorenes Wasser, dass der globale Meeresspiegel bei vollständiger Schmelze um etwa 65 Meter stiege. Sie reagieren auf Erwärmung in ganz verschiedenen Zeitskalen, und schon der Teilkollaps eines einzigen gehört zu den größten Einzelrisiken, mit denen es die Planetenforschung des einundzwanzigsten Jahrhunderts zu tun hat. Grönland und die Westantarktis haben im vergangenen Jahrzehnt zusammen mehrere hundert Gigatonnen Eis im Jahr verloren. Die Ostantarktis, der größte der drei, ist bislang grob im Gleichgewicht geblieben, birgt aber Gletscher — den Totten, den Wilkes —, deren marin aufliegende Sektoren verwundbarer sein könnten, als man vor zehn Jahren dachte. Bis zum vollen Kollaps vergehen Jahrhunderte bis Jahrtausende; bis er vorprogrammiert ist, kann es sehr viel schneller gehen.
Nichtlinear wird der Zerfall eines Eisschilds durch die marine Eisschildinstabilität. Liegt die Aufsetzlinie eines Gletschers — die Linie, an der das Eis vom Fels aufs Wasser übergeht — auf einem Untergrund, der landeinwärts tiefer wird, ist die Geometrie gegen ihn: Weicht die Aufsetzlinie zurück, steht dort eine dickere Eissäule, der Ausstrom nimmt zu, der Rückzug beschleunigt sich. Ist die Schwelle einmal genommen, trägt die Eigendynamik das System weiter, ganz gleich, was der Antrieb noch macht. In der Westantarktis schaut man vor allem auf Thwaites und Pine Island; beide ziehen sich zurück, und zwei Arbeiten von 2014 (Joughin, Rignot) argumentierten, ihr Kollaps sei über Jahrhunderte hinweg womöglich schon nicht mehr abzuwenden. Der gesamte Westantarktische Eisschild brächte rund 3 Meter zusätzlichen Meeresspiegel. Grönland funktioniert anders — sein Fels steigt landeinwärts überwiegend an —, doch die Oberfläche gerät im Sommer immer öfter in Luft über dem Gefrierpunkt, und die Oberflächenmassenbilanz ist von grob ausgeglichen in den 1990ern auf deutlich negativ gerutscht. Die Schwelle für den vorprogrammierten Zerfall Grönlands wird bei etwa 1,5 °C Erwärmung veranschlagt; der volle Kollaps brächte über Jahrtausende rund 7 Meter.
Der globale Meeresspiegel steigt um rund 3,4 mm im Jahr (1993–2023, Satellitenaltimetrie) — doppelt so schnell wie noch Anfang der 1990er. Nach Gewicht geordnet kommt der Anstieg aus der thermischen Ausdehnung des wärmer werdenden Ozeans, dem Massenverlust Grönlands, den Gebirgsgletschern (Patagonien, Alaska, Himalaya, Alpen) und der Antarktis. Emissionsreiche Pfade rechnen bis 2100 mit 0,6 bis 1 m Anstieg, plausibel auch mehr. Unbequemer ist die vorprogrammierte Zahl — jener Anstieg, den der Planet unabhängig von allen künftigen Emissionen schon in sich trägt, denn Eisschilde reagieren träge. Zuerst trifft es Küsteninfrastruktur, flache Deltas (Nil, Ganges-Brahmaputra, Mekong, Mississippi) und kleine Inselstaaten; mehrere hundert Millionen Menschen leben heute in Reichweite dessen, was im 21. Jahrhundert plausibel ist.