Rhythmus & Metrum
- Rhythm as pattern, meter as groupingnoch nicht geprüft
- Tempo, subdivision, syncopation, polyrhythmnoch nicht geprüft
- Beat induction in the motor systemnoch nicht geprüft
- Cross-cultural rhythms and Parkinson's gaitnoch nicht geprüft
Jede Musik hat Rhythmus, nicht jede hat Metrum. Rhythmus ist das zeitliche Muster aus Klängen und Pausen; Metrum ist die Gruppierung der Schläge zu wiederkehrenden Einheiten, auf die sich Ohr und Körper einstellen. Der Regelfall ist der Viervierteltakt — vier Schläge, der erste betont, der dritte schwächer betont, der zweite und der vierte unbetont. Nach wenigen Takten hat das Ohr das Muster gelernt und sagt es voraus; wo die Musik davon abweicht, entsteht Synkope: ein Schlag, der gefühlt, aber nicht gespielt wird, oder eine Betonung auf einer schwachen Zählzeit. Aus Erwartung und Abweichung bezieht Musik ihre Bewegung — das, was den Körper schaukeln, tanzen, vorwärtsdrängen lässt. Eine Musik, die ihre eigene Erwartung genau bediente, wäre nicht auszuhalten; eine, die sie dauernd bräche, käme gar nicht erst als Musik an. Der Rhythmus lebt in der Mitte dazwischen, und die Begriffe des Metrums sind die Sprache dafür, wie Komponisten und Interpreten diese Mitte bearbeiten.
Das Fachvokabular ist klein. Tempo zählt die Schläge pro Minute (langsam ≈ 60 BPM, im Schritttempo ≈ 90–120, treibend ≈ 140+). Metrum beschreibt die Gruppierung der Schläge: einfach (2/4, 3/4, 4/4), zusammengesetzt, wenn jeder Schlag in drei zerfällt (6/8, 9/8, 12/8), oder asymmetrisch (5/4, 7/8, 11/8). Die Unterteilung regelt, wie ein einzelner Schlag intern zerlegt wird; die Synkope setzt den Akzent dorthin, wo die Vorhersage ihn nicht erwartet; die Polyrhythmik legt zwei oder mehr Muster übereinander, Lehrbuchfall ist das 3 gegen 2 westafrikanischer und kubanischer Musik. Spannender als die Begriffe ist, worauf sie zeigen. Rhythmus wird von motorischen Regionen verarbeitet — prämotorischer Kortex, supplementär-motorisches Areal, Kleinhirn —, also von Arealen, die auch arbeiten würden, bewegte sich der Hörende tatsächlich. Die Beat-Induktion, das Heraushören eines gleichmäßigen Pulses, den niemand ausdrücklich spielt, geschieht von allein; schon Säuglinge bringen sie mit. Das prädiktive Timing dagegen — den nächsten Schlag so genau vorwegzunehmen, dass man auf ihn klatscht — scheint in seiner ausgeprägten Form dem Menschen vorbehalten. Die allermeisten Tiere synchronisieren sich gar nicht erst auf einen äußeren Puls, und die wenigen, die es können — Singvögel, Papageien, Wale, Menschen —, sind samt und sonders vokale Lerner. Musik ist demnach nichts, was das Gehirn wahrnimmt, sondern etwas, das es tut: Es greift auf dieselbe Maschinerie zurück, mit der es einen Schritt plant.