Öffentliche Güter & Trittbrettfahren
- Non-rival and non-excludable, summed not averagednoch nicht geprüft
- Free-riding drives provision toward zeronoch nicht geprüft
- Taxation, exclusion, norms, and Lindahl pricingnoch nicht geprüft
- Club goods and common-pool resources between the polesnoch nicht geprüft
1954 veröffentlichte der Ökonom Paul Samuelson — schon damals auf dem Weg, zum einflussreichsten amerikanischen Ökonomen des zwanzigsten Jahrhunderts zu werden — einen dreiseitigen Aufsatz, The Pure Theory of Public Expenditure, der ein öffentliches Gut durch zwei knappe Eigenschaften definierte: nicht-rivalisierend (der Konsum des einen schmälert den des anderen nicht) und nicht-ausschließbar (Nichtzahler lassen sich nicht abhalten, mitzuprofitieren). Landesverteidigung ist das Lehrbuchbeispiel, aber auch Leuchttürme, Grundlagenforschung, saubere Luft, Herdenimmunität, das Rechtssystem und frei ausgestrahlte Information tragen — in unterschiedlichem Grad — die Struktur eines öffentlichen Guts. Samuelsons mathematischer Beitrag war zu zeigen, dass effiziente Bereitstellung die marginalen Nutzen aller Konsumenten summieren — nicht mitteln — verlangt, eine grundlegend andere Aggregation als die, die private Märkte leisten. Daraus folgt das klassische Marktversagens-Argument für öffentliche Bereitstellung: überlässt man es dem Markt, fährt jeder als Trittbrettfahrer mit und hofft, jemand anderes zahle — das Gut wird systematisch unterversorgt.
Trittbrettfahren gibt der Theorie öffentlicher Güter ihre politische Schlagkraft: ist ein Gut nicht-ausschließbar, hat niemand für sich allein einen Anreiz zu zahlen, und das Ergebnis des freien Marktes ist null oder beinahe null an freiwilligem Beitrag. Am sauberen Befund kommt man dabei kaum vorbei: im öffentlichen-Güter-Spiel der experimentellen Ökonomik, in dem Probanden Spielmarken privat in einen vervielfachten gemeinsamen Topf einzahlen können, liegt das Nash-Gleichgewicht bei Beitrag null, und beobachtete Beiträge sinken in wiederholten Runden auch dorthin. In der wirklichen Welt zeigt sich das überall — PBS-Spendenmarathons, Open-Source-Software (die Beinahe-Katastrophe um xz utils 2024 war die systemische Variante), Impfungen in Gegenden mit hoher Durchimpfungsrate, die zum Trittbrettfahren einladen, Klimakooperation, bei der jedes Land aus Emissionssenkungen Vorteile zieht, einzeln aber lieber von den Emissionssenkungen anderer profitiert. Die Standardlösungen tragen je ihre eigenen Kosten: steuerfinanzierte öffentliche Bereitstellung deckt Verteidigung, Grundlagenforschung und Infrastruktur, schleppt aber Steuerverzerrungen und das Risiko staatlichen Versagens mit ein; Umstellung auf Ausschließbarkeit (Kabelfernsehen, mautpflichtige Straßen, kostenpflichtige Software) erzeugt Wohlfahrtsverlust, indem sie Menschen ausschließt, die zu Grenzkosten von null profitiert hätten; freiwillige Bereitstellung über Normen trägt akademische und Open-Source-Gemeinschaften, skaliert aber schlecht; die Lindahl-Preisbildung — jeder zahlt nach seiner Wertschätzung — wäre theoretisch effizient, scheitert aber an der Präferenz-Offenbarung: niemand gibt zu, wie viel ihm das Gut wirklich wert ist. Die binäre Lehrbuch-Trennung nicht-rivalisierend / nicht-ausschließbar ist in Wahrheit ein Kontinuum; dazwischen liegen Clubgüter (ausschließbar, aber nicht-rivalisierend — Netflix, Country Clubs) und Allmende-Ressourcen (rivalisierend, aber nicht-ausschließbar, etwa Fischbestände oder die Atmosphäre), und Elinor Ostroms mit dem Nobelpreis 2009 ausgezeichnete Arbeit hat gezeigt, dass Gemeinschaften viele Allmende-Ressourcen ohne staatlichen Zwang selbst verwalten können. Bleibender Nutzen des Rahmens: er taugt zur Diagnose — sieht ein Gut nicht-rivalisierend und nicht-ausschließbar aus, vermute Unterversorgung und frage, welcher Lösung Versagensmodus das kleinere Übel ist.