Phänomenologie
- Husserl founding first-person descriptionnoch nicht geprüft
- Intentionality, epoché, eidetic reductionnoch nicht geprüft
- Heidegger, Merleau-Ponty, Sartre, Beauvoir, Levinasnoch nicht geprüft
- 4E cognition and the AI tech critiquenoch nicht geprüft
Edmund Husserl, Mathematiker, den Franz Brentano zur Philosophie gebracht hatte, veröffentlichte 1900/01 die Logischen Untersuchungen. Das Buch griff den Psychologismus an — die Behauptung, Logik lasse sich auf Beschreibungen dessen zurückführen, wie Köpfe nun einmal arbeiten — und setzte dagegen: Das Bewusstsein hat eigene Strukturen, und die lassen sich unmittelbar untersuchen. Die in den Ideen (1913) kodifizierte Methode erhielt den Namen Phänomenologie: die systematische Beschreibung des bewussten Erlebens aus der ersten Person, unter Einklammerung aller metaphysischen Annahmen über eine objektive Wirklichkeit (Epoché). Husserl meinte, damit könne die Philosophie bekommen, was die Mathematik längst hatte: eine strenge, fundierende Methode. Dass sein begabtester Schüler die Methode in eine ihm fremde Richtung trieb, überraschte ihn. Martin Heideggers Sein und Zeit (1927) richtete die Phänomenologie auf die Frage nach dem Sein selbst.
Husserls Methode kennt drei kennzeichnende Schritte. Die Intentionalität — der Begriff stammt von Brentano — benennt den Zug, dass Bewusstsein immer Bewusstsein von etwas ist: bewusst zu sein heißt, auf einen Gegenstand gerichtet zu sein; selbst Halluzinationen haben intentionale Struktur. Die Epoché klammert die Annahme der natürlichen Einstellung ein, die Welt sei unabhängig wirklich, damit sich die Phänomene des Bewusstseins so beschreiben lassen, wie sie erscheinen. Die eidetische Reduktion hebt aus einzelnen Erlebnissen durch imaginative Variation die Wesen heraus. Heidegger wich bewusst von Husserl ab: Er wollte die Seinsfrage zurückgewinnen, die die abendländische Philosophie seit Platon seiner Ansicht nach vergessen hatte. Dasein nennt er die menschliche Weise zu sein, ausgezeichnet dadurch, dass ihr das eigene Sein zum Problem wird. Das Dasein ist immer schon in eine Welt geworfen, die es nicht gewählt hat; es ist In-der-Welt-sein, kein körperloses Subjekt. Begegnet wird die Welt zuerst im praktischen Umgang, in den Dingen als Zeug — der Hammer ist ein Womit des Hämmerns, bevor er ein brauner Gegenstand mit Masse ist. Maurice Merleau-Ponty nahm in der Phänomenologie der Wahrnehmung (1945) den Leib zum Fundament und erweiterte die Methode damit. Jean-Paul Sartre wandte sie in Das Sein und das Nichts (1943) auf den Existenzialismus an — Unaufrichtigkeit, der Blick des Anderen, radikale Freiheit; Simone de Beauvoir in Le Deuxième Sexe (1949) auf das gelebte Erleben, eine Frau zu sein; Emmanuel Levinas wandte sie der Ethik zu: Das Antlitz des Anderen ist die ursprüngliche ethische Begegnung, allen Regelsystemen voraus.