Parkinson-Krankheit
- Dopamine depletion & the substantia nigranoch nicht geprüft
- Motor triad: tremor, rigidity, bradykinesianoch nicht geprüft
- α-synuclein & Lewy bodiesnoch nicht geprüft
- L-DOPA & dopaminergic treatmentnoch nicht geprüft
1817 veröffentlichte der Londoner Chirurg James Parkinson die Schrift An Essay on the Shaking Palsy und beschrieb darin sechs Patienten mit einem bis dahin unbekannten Syndrom: Ruhetremor, Rigor, Bradykinese als Verlangsamung der Bewegung, Haltungsinstabilität. Die Krankheit, die seinen Namen trägt, betrifft weltweit etwa zehn Millionen Menschen — die Weltgesundheitsorganisation zählte 2019 über 8,5 Millionen —, und ihre Häufigkeit steigt mit dem Alter steil an; nach Alzheimer ist sie die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Das Seltsamste an ihr liegt unter den Symptomen: Wenn die motorischen Zeichen zum ersten Mal auftreten, sind rund 80 % der dopaminproduzierenden Neuronen in einem kleinen Mittelhirnkern bereits abgestorben. Seltsamer noch, dass der sichtbare Tremor oft das späte Kapitel ist — nichtmotorische Symptome, darunter der Verlust des Geruchssinns, Verstopfung und eine Schlafstörung, bei der Menschen ihre Träume körperlich ausagieren, können der Diagnose um ein Jahrzehnt oder mehr vorausgehen. Klinisch ist die Erkrankung das sichtbare Ende eines langen unsichtbaren Vorgangs.
Die Parkinson-Krankheit ist die kanonische Synucleinopathie: Die dopaminergen Neuronen der Substantia nigra pars compacta gehen fortschreitend zugrunde, und als pathologisches Kennzeichen finden sich in ihnen Lewy-Körperchen — Aggregate aus fehlgefaltetem α-Synuclein. Dieselbe Logik regiert Alzheimer und die Prionenerkrankungen: Ein Protein nimmt die falsche Form an und gibt sie dann als Vorlage an seine Nachbarn weiter, von Zelle zu Zelle wie eine langsame Ansteckung. Während die pigmentierten Neuronen absterben, verblasst die Substantia nigra, die „schwarze Substanz“, buchstäblich — eine Veränderung, die bei der Autopsie mit bloßem Auge zu sehen ist. Das daraus folgende Dopamindefizit in den Basalganglien, dem Schaltkreis, der die beabsichtigte Bewegung auswählt und glättet, erzeugt die motorische Trias: den Tremor des ruhenden Gliedes, einen Rigor der Muskulatur, der sich anfühlt, als biege man ein Bleirohr, und die verlangsamte, kleiner werdende Bewegung der Bradykinese — dazu die Haltungsinstabilität, die das Gleichgewicht untergräbt, je weiter die Krankheit fortschreitet. Dopamin gewichtet normalerweise das Verhältnis zwischen dem direkten Weg der Basalganglien, der Bewegung freigibt, und dem indirekten, der sie unterdrückt; fällt es weg, behält die Bremse die Oberhand — weshalb nicht der Tremor am stärksten behindert, sondern die Bewegungsarmut. Der Beginn ist meist asymmetrisch, eine Hand, eine Seite, und wie weit sich diese Beeinträchtigung ausbreitet, bestimmt die Stadieneinteilung. Wandert die Pathologie vom Hirnstamm in den Kortex — das Braak-Schema, das manchen Befunden zufolge im Darm beginnen und über den Vagusnerv aufsteigen könnte —, treten zunehmend kognitive Einschränkungen hinzu; die Lewy-Körperchen-Demenz liegt auf demselben Krankheitsspektrum, mit ausgeprägten kognitiven Störungen und visuellen Halluzinationen neben den motorischen Symptomen. In 10–15 % der Fälle spielt die Genetik eine Rolle (LRRK2, GBA, SNCA, PARK2 und weitere); der Rest ist sporadisch, mit Risikofaktoren aus der Umwelt (Pestizidkontakt, Schädel-Hirn-Trauma) und Schutzfaktoren (Koffein, Bewegung, Rauchen — Letzteres ist keine Empfehlung), die eher hinweisend als bestimmend sind. Warum gerade die Dopamin-Neuronen sterben — die Frage der selektiven Vulnerabilität — bleibt nach einem Jahrhundert Forschung weitgehend unerklärt, auch wenn ihre langen, unmyelinisierten Axone und ihre hohe Stoffwechsellast die Hauptverdächtigen sind.