Negative Zahlen
- Debt as the additive inverse: a + (−a) = 0noch nicht geprüft
- Why negative times negative is positivenoch nicht geprüft
- Absolute value as distance from zeronoch nicht geprüft
- Brahmagupta's leap and the West's reluctancenoch nicht geprüft
In der antiken griechischen Mathematik galten negative Lösungen gewöhnlich nicht als eigenständige Zahlen. Ausgerechnet Diophant, der am entschiedensten algebraisch denkende Mathematiker der griechischen Antike, erklärte negative Lösungen für absurd und strich sie kurzerhand. Dass negative Zahlen vollwertige mathematische Objekte sind, ließ als Erster der indische Mathematiker Brahmagupta gelten — im siebten Jahrhundert n. Chr., in seinem Lehrwerk Brāhmasphuṭasiddhānta, unterlegt mit einer kaufmännischen Deutung: positive Zahlen sind Guthaben, negative sind Schulden. Die Deutung trug, die Rechenregeln gingen auf, und im Lauf des folgenden Jahrtausends fügte sich, widerstrebend genug, auch der Rest der mathematischen Welt. Voll anerkannt waren negative Zahlen in der westeuropäischen Mathematik erst im achtzehnten Jahrhundert — und noch im neunzehnten nannte ein Mathematiker vom Rang eines Augustus De Morgan sie „unmöglich“.
Eine negative Zahl liegt unterhalb der Null; gleichwertig gefasst: Sie ist das additive Inverse einer positiven Zahl, a + (−a) = 0. Nimmt man die Negativen zu den natürlichen Zahlen hinzu, entsteht die Menge der ganzen Zahlen: ℤ = {…, −3, −2, −1, 0, 1, 2, 3, …}. Das Rechnen mit negativen Zahlen läuft glatt weiter, sobald man sich auf die Vorzeichenregeln festlegt: Bei plus gegen minus setzt sich das Vorzeichen der betragsgrößeren Zahl durch; positiv mal negativ gibt negativ; und minus mal minus gibt plus. An dieser letzten Regel entzündete sich jahrhundertelang Streit — keine handfeste Deutung macht von sich aus plausibel, wieso zwei Schulden miteinander multipliziert ein Guthaben ergeben sollten. Ihren eigentlichen Grund hat die Regel woanders: Das Distributivgesetz soll weitergelten. Verlangt man a × (b + (−b)) = a × 0 = 0 und zugleich = a × b + a × (−b), bleibt nur a × (−b) = −(a × b); verlangt man dieselbe Algebra für zwei negative Faktoren, bleibt nur (−a) × (−b) = +ab. Anschaulich wurden die Regeln erst als Bewegung auf der Zahlengeraden: Positives wandert nach rechts, Negatives nach links, die Multiplikation streckt — und klappt gegebenenfalls die Richtung um. Der Absolutbetrag |x| misst den Abstand zur Null, ohne aufs Vorzeichen zu sehen. Die Ordnung auf ℤ setzt die von ℕ fort: a < b genau dann, wenn b − a eine positive ganze Zahl ist.