Mozart
- The freelance Vienna decade, 1781–1791noch nicht geprüft
- Figaro, Don Giovanni, and The Magic Flutenoch nicht geprüft
- Vienna piano concertos and the late symphoniesnoch nicht geprüft
- The unfinished Requiem and the Köchel afterlifenoch nicht geprüft
Am 9. Mai 1781 wurde Wolfgang Amadeus Mozart — fünfundzwanzig Jahre alt, soeben in Wien angekommen im Dienst von Hieronymus Colloredo, dem Salzburger Fürsterzbischof — von Colloredos Obersthofmeister Graf Arco buchstäblich die Treppe hinabgestoßen, nach Wochen vergeblicher Gesuche um die Entlassung aus dem Dienst. Die Salzburger Jahre waren vorbei. Mozart verbrachte das nächste Jahrzehnt in Wien als einer der ersten großen Komponisten, die eine freischaffende Karriere wagten — kein Hof, keine Kirchenstelle, abhängig von Subskriptionskonzerten, Auftragsarbeiten und aristokratischer Förderung. Im Dezember 1791 starb er, fünfunddreißig Jahre alt, acht Takte in das Lacrimosa des Requiem hinein. In dem Jahrzehnt zwischen diesen beiden Daten entstanden die drei großen Da-Ponte-Opern, die späten Sinfonien, siebzehn Wiener Klavierkonzerte, die späten Streichquintette und das Requiem, das er nicht mehr vollenden sollte — die dichteste Konzentration kanonischen Schaffens in der westlichen Tradition.
Mozarts reife Synthese verband drei Stränge: die italienische Oper in der opera buffa-Tradition, die er von Kindheit an auf den Konzertreisen mit dem Vater aufgesogen hatte; den deutschen Kontrapunkt, den er ab 1782 in Baron van Swietens sonntäglichen Bach- und Händel-Lesungen studierte — Mozarts Spätstil ist ohne diese Wiederentdeckung undenkbar; und das galante Idiom, das er von J. C. Bach, Haydn und der Mannheimer Schule mitbekam. Die drei Da-Ponte-Opern — Le nozze di Figaro (1786), Don Giovanni (1787), Così fan tutte (1790) — etablierten die Oper als ernstes Sprechtheater mit voll individualisierten Charakteren, mit Ensemble-Finali, die die Handlung weitertreiben statt sie anzuhalten, und mit einer orchestralen Kommentarstimme, die Wagner später erben sollte. Die Zauberflöte (1791) trug die deutsche Singspiel-Tradition nach. Die siebzehn Wiener Klavierkonzerte (KV 449–595, 1784–1791) schufen die Gattung in der Gestalt, in der Beethoven, Brahms und Rachmaninow sie übernehmen sollten — Solist und Orchester im echten dramatischen Dialog statt im älteren Begleitverhältnis. Die späten Sinfonien — Nr. 39 in Es-Dur, Nr. 40 in g-Moll (chromatisch, beinahe aufgewühlt; das Eröffnungsmotiv eine fast modern anmutende absteigende chromatische Figur), Nr. 41 in C-Dur, die Jupiter — wurden im Sommer 1788 in einem einzigen sechswöchigen Schub vollendet, anscheinend ohne in Aussicht stehende Aufführung. Die späten Streichquintette (g-Moll KV 516; C-Dur KV 515) stehen seither neben Beethovens späten Quartetten als Gipfel der Kammermusik. Das unvollendete Requiem in d-Moll (KV 626) wurde nach Mozarts Tod von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr aus den Skizzen des Komponisten ergänzt und ist bis heute das Werk, dessen Autorschaftsgrenze die Forschung umstreitet.