Makroökonomische Schulen
- Monetarism: inflation as a money-supply phenomenonnoch nicht geprüft
- New Keynesianism: demand, sticky prices, rate managementnoch nicht geprüft
- Austrian malinvestment and MMT's real-resource constraintnoch nicht geprüft
- The 2021–2023 inflation surge: every school got it wrongnoch nicht geprüft
Immer wenn die Preise ausschlagen, führt die Ökonomik denselben Streit über die Ursache — er ist älter als das Fach selbst und reicht vom klassischen Vertrauen, dass Märkte sich stets räumen, bis zum heutigen Gezerre darüber, was eine Zentralbank überhaupt ausrichten kann. Die jüngste Runde eröffnete der Inflationsschub nach 2021, als die Preise in den USA so schnell stiegen wie seit vierzig Jahren nicht. Monetaristen zeigten auf die Geldschwemme der Pandemiejahre, Keynesianer auf Konjunkturpakete, die auf ein gedrosseltes Angebot prallten; die Vertreter der Modern Monetary Theory erklärten, die eigentliche Grenze seien reale Ressourcen, nicht Dollar; Angebotsschock-Analysten verwiesen auf gerissene Lieferketten und den Krieg. Kommen sehen hat den Schub keine Schule — und überzeugt hat im Rückblick auch keine die anderen.
Der Streit hat einen Stammbaum. Am Anfang steht die klassische Lehre: Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage, Absatzkrisen können nicht von Dauer sein. Keynes brach in der Weltwirtschaftskrise mit diesem Satz — Nachfrage kann jahrelang fehlen, und öffentliche Ausgaben können die Lücke füllen. Dann die monetaristische Gegenrevolution Milton Friedmans, die das Geld zurück in die Mitte rückte: Inflation ist, so sein berühmtes Wort, immer und überall ein monetäres Phänomen — und stetige Regeln schlagen kluges Ermessen. Die folgende Generation dachte die Geldsicht zu Ende: Wer rationale Erwartungen bildet und die Politik kommen sieht, lässt sich von vorhersehbarer Politik nicht mehr bewegen. Das moderne Zentralbankwesen ist im Kern ein Waffenstillstand dieser Lager — die neukeynesianische Synthese, die zugesteht, dass Preise starr genug sind, damit Zinsen kurzfristig wirken, langfristig aber nicht. Die lebenden Schulen sind darum weniger ein Menü als Stellungen entlang dieser geerbten Bruchlinie. Für die einen ist jede Inflation im Kern monetär, für andere verfehlte Nachfragesteuerung; die Österreicher halten die Zentralbank selbst für die Krankheit — ihr billiges Geld züchte Fehlinvestitionen —, und die Modern Monetary Theory beharrt darauf, dass ein Staat mit eigener Währung nie in den Zahlungsausfall gezwungen werden kann: Die wahre Obergrenze sei die Inflation, nicht der Anleihemarkt. Verblüffend ist, wie regelmäßig eine Krise eine Schule adelt und die nächste sie blamiert. 2008 rehabilitierte Keynes und ließ die Monetaristen ratlos zurück — die von ihnen erwartete Inflation blieb aus, obwohl die Bankreserven explodierten. 2021 drehte sich das Brett: Diese Runde ging an die Angebotsgeschichte, und diesmal hatten die Keynesianer nicht auf der Rechnung, wie schnell die Preise steigen würden.