Indische Klassik
- Raga as melodic personality, not scalenoch nicht geprüft
- Tala: the cyclic rhythmic gridnoch nicht geprüft
- Alap, jor, jhala and khayal vs kritinoch nicht geprüft
- Hindustani north, Carnatic southnoch nicht geprüft
Die indische Klassik ist eine große Tradition, aus einer Wurzel in zwei Zweige gewachsen — Hindustani im Norden, Karnatisch im Süden —, die sich trennten, nachdem persische und zentralasiatische Strömungen die muslimischen Höfe des mittelalterlichen Nordens erreichten. Was beide verbindet, ist kein Vorrat fester Stücke, sondern eine Art zu lernen: die Guru-Shishya-Parampara, eine Lehrbindung, in der ein Schüler jahrelang in der Praxis eines Lehrers lebt, ehe er je öffentlich auftritt. Die Musik geht von Mensch zu Mensch, fast nichts wird niedergeschrieben. Als Ravi Shankar in den 1960er Jahren einem gebannten George Harrison die Sitar in die Hände legte, begegnete ein westliches Publikum zum ersten Mal einer Musik, die auf Prinzipien beruhte, für die es keine Worte hatte.
Im Zentrum steht das Raga, der Begriff, für den die westliche Theorie schlicht kein Pendant kennt. Ein Raga ist keine Tonleiter. Es ähnelt eher einer melodischen Persönlichkeit: einer kleinen Zahl kennzeichnender Phrasen (seinem Pakad), einer eigenen Art aufzusteigen und zu fallen, einer geforderten Stimmung, ja einer Bindung an eine Tageszeit oder Jahreszeit. Zwei Ragas können genau dieselben Töne verwenden und bleiben doch völlig verschiedene Wesen, denn was einen Raga bestimmt, sind nicht seine Tonhöhen, sondern wie man sich durch sie bewegen muss. Ein Musiker spielt einen Raga weniger, als dass er in ihm wohnt und eine Stunde am Stück innerhalb seines Gesetzes improvisiert. Den Rhythmus behandelt das Tala mit gleicher Feinheit — ein fester Zyklus von Schlägen, sieben, zwölf, sechzehn —, den der Hörer innerlich hält, sodass jede Phrase als auf den Auftakt des Zyklus zulaufend gehört wird. Eine Hindustani-Darbietung entfaltet das als langsame Enthüllung: eine unmetrierte Eröffnung, die den Raga allein erkundet, ehe die Trommel einsetzt und der Puls sich zu einem rasenden Höhepunkt sammelt. Die Instrumente sind im Westen berühmt — die Sitar vor allem, das bundlose Sarod, die Bambusflöte, das Tabla-Trommelpaar —, doch sie sind Gefäße, nicht die Sache selbst. Die Sache ist, dass alles Wertvolle hier im Spielen und in der Linie dahinter lebt, niemals auf einem Blatt. Ein Raga ist weniger eine Komposition als eine Disziplin, weitergereicht von einem Körper zum nächsten.