Allgemeine Relativitätstheorie
- Mass curves spacetime; geometry is gravitynoch nicht geprüft
- Mercury, light-bending, time dilationnoch nicht geprüft
- Black holes and gravitational wavesnoch nicht geprüft
- Singularities and the quantum-gravity gapnoch nicht geprüft
Im November 1915, nach acht Jahren voller Sackgassen und einem berühmt gewordenen Zusammenbruch, legte Albert Einstein die Feldgleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie vor. Am Anfang des Ringens stand ein einziges Bild: Wer in einem stürzenden Aufzug steht, spürt kein Gewicht. Schwerkraft und Beschleunigung, folgerte Einstein daraus, sind örtlich nicht auseinanderzuhalten — den glücklichsten Gedanken seines Lebens hat er das später genannt. An die Stelle der newtonschen Gravitation, einer Kraft, die augenblicklich über beliebige Entfernungen greift, trat etwas Fremderes und zugleich Eleganteres: Materie und Energie krümmen die Raumzeit, und was wir Schwerkraft nennen, ist die Geometrie dieser Krümmung. Fallende Körper laufen geradeaus, nur eben durch einen gekrümmten Raum; Planeten kreisen, weil die Sonne die Geometrie um sich herum verbogen hat. Die Masse sagt dem Raum, wie er sich krümmt, der Raum sagt der Masse, wie sie sich bewegt. Bestätigt wurde die Theorie 1919 von einer britischen Sonnenfinsternis-Expedition, und Einstein war nahezu über Nacht der berühmteste Wissenschaftler der Welt.
Im Kern der Theorie steht das Äquivalenzprinzip: In einer geschlossenen, frei fallenden Kabine kann kein Experiment Schwerkraft von Beschleunigung unterscheiden. Die acht Jahre Arbeit gingen dafür drauf, diese Anschauung in Feldgleichungen zu übersetzen. Eine Kraft kommt darin nicht mehr vor, nur noch kürzeste Wege durch eine verbogene Geometrie. Ein Jahrhundert lang hat das gehalten. Der erste Triumph war ein rückwirkender: Die Periheldrehung des Merkur, eine winzige Abweichung, an der die newtonsche Astronomie jahrzehntelang gescheitert war, fällt exakt aus den Gleichungen heraus — Einstein soll Herzklopfen bekommen haben, als die Zahlen stimmten. 1919 bestätigte die Sonnenfinsternis die Lichtablenkung an der Sonne, auf der heute der Gravitationslinseneffekt beruht. Die gravitative Zeitdilatation — Uhren gehen im stärkeren Feld langsamer — wird in den GPS-Satelliten laufend herausgerechnet; ohne sie liefen die Satelliten täglich um rund 38 Mikrosekunden aus dem Takt und die Navigation wäre binnen Stunden unbrauchbar. Schwarze Löcher und Gravitationswellen stecken beide schon in den Gleichungen von 1916, direkt beobachten ließen sie sich erst hundert Jahre später. Ihr einziges bekanntes Versagen hat die Theorie an den Singularitäten, wo sie und die Quantenmechanik unvereinbare Antworten geben; das Problem der Quantengravitation ist ein Jahrhundert danach ungelöst.