Externe Effekte
- Spillover costs that miss the pricenoch nicht geprüft
- Pigouvian taxes at marginal social costnoch nicht geprüft
- Coase — bargaining over property rightsnoch nicht geprüft
- Cap-and-trade and the wider policy menunoch nicht geprüft
Ein Fabrikschornstein bezahlt Kohle, Arbeit und Kapital, aber nicht den Ruß, der auf der Wäsche der Nachbarn niedergeht: An diesem Bild fasste Arthur Cecil Pigou in The Economics of Welfare (1920) eine der folgenreichsten Ideen der modernen Ökonomik. Der Preis eines Geschäfts muss nicht alles enthalten, was das Geschäft an Kosten und Nutzen auslöst — ein Teil davon fällt bei Dritten an, die daran nie beteiligt waren. Pigous Rezept, die Pigou-Steuer, besteuert den externen Effekt in Höhe der marginalen gesellschaftlichen Kosten, damit der Verursacher ihn internalisiert. Vierzig Jahre später drehte Ronald Coase in The Problem of Social Cost (1960) die Frage um: Bei Transaktionskosten von null und klar geschnittenen Eigentumsrechten handeln die Betroffenen die effiziente Lösung ohnehin aus — gleichgültig, wem das Recht zuerst zugeteilt wurde. Besteuern oder Rechte zuweisen: Zwischen diesen beiden Rahmen bewegt sich bis heute fast jede Debatte über Umwelt- und Technologiepolitik.
Die Aussage selbst ist präzise. Liegen Kosten oder Nutzen außerhalb des Geschäfts, entspricht der Marktpreis den privaten und nicht den gesellschaftlichen Kosten; die Gleichgewichtsmenge fällt bei negativen externen Effekten zu hoch aus — Umweltverschmutzung, Stau, Antibiotikaresistenz — und bei positiven zu niedrig, etwa bei Impfungen, Grundlagenforschung und Bildung. Wo das Preissignal ein Stück dessen übergeht, was eine Handlung in der Welt anrichtet, bleibt Wohlfahrt liegen. Vier Werkzeuge stehen bereit. Die Pigou-Steuer oder -Subvention in Höhe der marginalen externen Kosten ist das Lehrbuchrezept; ihre folgenreichste Anwendung ist die CO₂-Bepreisung — Schweden seit 1991, British Columbia von 2008 bis zur Abschaffung 2025, das EU-Emissionshandelssystem als mengenbasierte Variante. Cap-and-Trade legt die Menge hoheitlich fest und überlässt den Preis dem Markt; als kanonischer Erfolg gilt das amerikanische Acid Rain Program von 1990, unter dem die Schwefeldioxid-Emissionen schneller und billiger sanken, als die EPA vorhergesagt hatte. Verhandlungen nach Coase gelingen elegant, solange die Beteiligten wenige und benennbar sind, und scheitern, sobald sie viele und diffus werden — man denke an sämtliche Emittenten fossiler Brennstoffe und sämtliche künftigen Klimaopfer. Direkte Vorschriften schließlich — Katalysatorpflicht, Bauordnungen, Impfvorgaben — arbeiten oft weniger effizient als preisliche Mittel, lassen sich politisch aber leichter durchsetzen. Der tiefere Punkt stammt von Buchanan und Tullock: Einen externen Effekt zu benennen heißt noch nicht, eine Politik zu haben. Was der Eingriff selbst kostet — Verwaltung, Wohlfahrtsverlust, das Risiko, von den Regulierten vereinnahmt zu werden —, muss gegen die Kosten des unkorrigierten Effekts gehalten werden.