Eigenwerte & Eigenvektoren
- Directions T merely scales: T(v) = λvnoch nicht geprüft
- The characteristic equation and eigenspacesnoch nicht geprüft
- The spectral theorem and PDP⁻¹noch nicht geprüft
- PCA, PageRank, and quantum observablesnoch nicht geprüft
Die meisten Richtungen des Raums verändern sich, sobald eine lineare Abbildung auf sie wirkt: Eine Drehung trägt sie davon, eine Scherung kippt sie, eine Projektion wirft sie auf einen Unterraum. Doch fast jede lineare Abbildung lässt eine Handvoll ausgezeichneter Richtungen bestehen — Richtungen, die sie lediglich streckt oder staucht, ohne sie zu drehen oder zu spiegeln. Das sind die Eigenvektoren; die Streckfaktoren heißen Eigenwerte. Getauft hat sie David Hilbert um 1904, mit der Vorsilbe eigen- — zugehörig, charakteristisch —, und als eigenvalue ist das deutsche Wort seither in die englische Fachsprache eingewandert. Wer die Eigenvektoren und Eigenwerte einer Abbildung kennt, weiß über sie fast alles.
Formal: Ein Eigenvektor einer linearen Abbildung T ist ein Vektor v, nicht der Nullvektor, mit T(v) = λv für einen Skalar λ — den zugehörigen Eigenwert. T tut mit v also nichts weiter, als ihn um den Faktor λ zu strecken; ein negatives λ kehrt die Richtung um, ein komplexes bringt im reellen Zweidimensionalen eine Drehung ins Spiel. Rechnerisch führt die charakteristische Gleichung det(T − λI) = 0 zum Ziel — ein Polynom, dessen Nullstellen genau die Eigenwerte sind; zu jedem gehört ein Eigenraum aus Vektoren, die alle denselben Faktor erfahren. Zu den folgenreichsten Resultaten der linearen Algebra zählt der Spektralsatz: Jede reelle symmetrische Matrix besitzt eine vollständige Orthonormalbasis aus Eigenvektoren, und ihre Eigenwerte sind reell. Gleichbedeutend: Jede symmetrische Matrix lässt sich diagonalisieren, also als PDP⁻¹ schreiben — D trägt die Eigenwerte auf der Diagonalen, in den Spalten von P stehen die Eigenvektoren. In Eigenvektor-Koordinaten wird die Abbildung diagonal: Sie behandelt jede Achse für sich, und einfacher kann Verhalten nicht sein. Wo das nicht reicht, greifen Verallgemeinerungen — die jordansche Normalform, wenn die volle Diagonalisierung scheitert; die Singulärwertzerlegung, das Eigenwert-Gegenstück für nicht-quadratische Matrizen und das Zugpferd der numerischen linearen Algebra; die Spektralzerlegung in unendlichdimensionalen Hilbert-Räumen, auf der die Quantenmechanik ruht. Dahinter steht die tiefste Beobachtung: Eigenwerte sind intrinsisch. Sie hängen nicht an der Basis, in der man die Matrix hinschreibt, sondern allein an der Abbildung selbst — sie sind, was die Abbildung in Wahrheit ist, abgelöst von allen Koordinaten.