Impulserhaltung
- Momentum as mass times velocity, a vectornoch nicht geprüft
- Total momentum constant in a closed systemnoch nicht geprüft
- Conservation as a consequence of the third lawnoch nicht geprüft
- Noether symmetry, relativity, and missing momentumnoch nicht geprüft
1644 stellte der französische Philosoph René Descartes die These auf, die Gesamtmenge an Bewegung im Universum bleibe erhalten. Mit der Größe selbst lag er daneben — er erhielt |mv| und ließ die Richtung außer Acht —, aber die strukturelle Intuition stimmte: Beim Stoß wird zwischen Körpern etwas weitergereicht, und die Summe ändert sich nicht. Christiaan Huygens besserte in den 1650er Jahren nach, indem er die Geschwindigkeit als Vektor behandelte, und Newton goss die korrigierte Fassung 1687 in das dritte Gesetz seiner Principia. Die Impulserhaltung — der Gesamtimpuls eines abgeschlossenen Systems ändert sich nie, wie auch immer seine Teile stoßen, explodieren oder wechselwirken — zählt zu den empirisch bestgesicherten Aussagen der ganzen Physik und hat seit Newton jede theoretische Revolution unbeschadet überstanden.
Der Impuls eines Körpers ist Masse mal Geschwindigkeit, 𝐩 = m·𝐯 — eine vektorielle Größe; bei mehreren Körpern addieren sich die Einzelimpulse zur Vektorsumme. Impulserhaltung heißt: Wirken keine äußeren Kräfte, bleibt der Gesamtimpuls eines abgeschlossenen Systems konstant. Das folgt unmittelbar aus Newtons drittem Gesetz — übt Körper A auf Körper B die Kraft 𝐅 aus, dann übt B auf A die Kraft −𝐅 aus; über die Zeit integriert heben sich die Kraftstöße auf, und der Gesamtimpuls bleibt, wie er war. Beim elastischen Stoß bleiben Impuls und kinetische Energie erhalten, beim unelastischen nur der Impuls — die fehlende Energie steckt danach in Wärme oder Verformung. Der Raketenantrieb (die Rakete gewinnt exakt so viel Impuls nach vorn, wie der Abgasstrahl nach hinten davonträgt), der Rückstoß beim Schuss, der reibungsfrei gleitende Puck auf dem Luftkissentisch — lauter unmittelbare Konsequenzen. Dahinter steht etwas Allgemeineres: Das Noether-Theorem (1918) führt die Impulserhaltung auf die räumliche Translationssymmetrie der Naturgesetze zurück — sie ändern sich nicht, wenn man das Experiment an einen anderen Ort verlegt. Die Spezielle Relativitätstheorie ändert die Formel, nicht das Gesetz: Der relativistische Impuls lautet 𝐩 = γm𝐯 mit γ = 1/√(1 − v²/c²). Die Quantenmechanik macht aus dem Impuls einen Operator, dessen Eigenwerte die möglichen Messergebnisse sind; die De-Broglie-Beziehung p = h/λ knüpft den Teilchenimpuls an die Wellenlänge. Durch all das geht die Erhaltung unversehrt hindurch: In jeder je gemessenen Wechselwirkung, auf jeder Skala, geht die Impulsbilanz auf. Darauf ist so sehr Verlass, dass fehlender Impuls in einem Experiment der Teilchenphysik zu den schärfsten Nachweisinstrumenten für unsichtbare Teilchen zählt — so wurden Neutrinos im Betazerfall überhaupt erst erschlossen (Pauli, 1930), und nach derselben Signatur suchen heute die Dunkle-Materie-Analysen an den Beschleunigern.