Energieerhaltung
- Kinetic, potential, thermal, and the other formsnoch nicht geprüft
- Total energy constant in an isolated systemnoch nicht geprüft
- Work as the integral of force, equal to ΔKEnoch nicht geprüft
- Noether's theorem and the time-translation symmetrynoch nicht geprüft
Energie — als mathematisch gefasste Größe, nicht als vage Ahnung — kam in Newtons Vokabular nicht vor. Die Principia behelfen sich mit der vis viva, der „lebendigen Kraft“ (Leibniz' Wort, ungefähr mv²), und mit Newtons eigener Quantitas motus (mv — unser heutiger Impuls). Bis zur modernen Einsicht — dass Energie in allen Erscheinungsformen, ob kinetisch, potentiell, thermisch, chemisch, elektromagnetisch oder nuklear, ein und dieselbe Größe ist, die ihre Form wechselt, aber weder entsteht noch verschwindet — vergingen zwei Jahrhunderte voller Fehlversuche. Erst der erste Hauptsatz der Thermodynamik, den Mayer, Joule, Helmholtz und andere in den 1840er Jahren formal fassten, machte daraus einen präzisen Satz. Heute gilt die Energieerhaltung als das fundamentalste Prinzip der Physik überhaupt — fundamentaler als Newtons Gesetze, denn sie hat jede Revolution des zwanzigsten Jahrhunderts unbeschadet überstanden, die den Rest der klassischen Mechanik hinwegfegte.
Energie ist eine skalare Größe, die am Zustand eines physikalischen Systems hängt. Die kinetische Energie (½mv²) steckt in der Bewegung selbst. Die potentielle Energie hängt am Ort innerhalb eines Kraftfelds: das Gravitationspotential (mgh in Erdnähe, allgemeiner −GMm/r), das elastische Potential einer Feder (½kx²), das elektrostatische Potential. Der Energieerhaltungssatz besagt: In einem abgeschlossenen System bleibt die Gesamtenergie konstant — es verschiebt sich lediglich, wie viel davon in welcher Form vorliegt. Ein Pendel schwingt zwischen potentieller Energie an den Umkehrpunkten und kinetischer am tiefsten Punkt, die Summe bleibt gewahrt; eine Achterbahn tauscht Höhe gegen Tempo und wieder zurück. Den Anschluss an Newtons Gesetze stellt der Arbeitssatz her: Die Arbeit, die eine Kraft an einem Körper verrichtet, ist gleich der Änderung seiner kinetischen Energie, wobei Arbeit = ∫ F · dx gilt — das Integral der Kraft längs des Weges. Je nach Gebiet treten weitere Energieformen hinzu: die thermische Energie (kinetische Energie der ungeordneten mikroskopischen Bewegung, eng mit der Temperatur verwandt), die chemische Energie der molekularen Bindungen, die elektromagnetische Energie der Felder, die Ruheenergie (E = mc², Einstein 1905), die Kernbindungsenergie, deren Massendifferenz bei Fusion und Spaltung frei wird. Warum aber gilt der Satz? Das Noether-Theorem (1918) gibt die tiefe Antwort: Energie bleibt erhalten, weil die Naturgesetze unter Zeittranslation invariant sind — sie sind heute dieselben wie morgen. Und die Reibung, die Bewegung zum Stillstand bringt und die Erhaltung scheinbar verletzt? Sie wandelt kinetische Energie lediglich in thermische um: Die Moleküle von Unterlage und Körper erwärmen sich um exakt den verlorenen Betrag. Rechnet man die Wärme mit, stimmt die Bilanz wieder. Dass Wärme eine Energieform ist, bewiesen Joules Versuche der 1840er Jahre, in denen Schaufelräder Wasser umrührten und messbar erwärmten — der begriffliche Schritt, der aus dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik endlich eine präzise Aussage machte.