Katalyse
- Lowering activation energy without being consumednoch nicht geprüft
- Homogeneous vs heterogeneous catalystsnoch nicht geprüft
- Enzymes, active sites, and Michaelis-Menten kineticsnoch nicht geprüft
- Selectivity, poisons, and catalyst designnoch nicht geprüft
Den Begriff Katalyse prägte 1836 der schwedische Chemiker Jöns Jacob Berzelius, von dem auch die moderne Symbolschreibweise für Elemente und Verbindungen stammt; er griff auf griechische Wurzeln zurück, die so viel wie Auflösen, Herabsetzen heißen, denn ihm war aufgefallen, dass manche Stoffe Reaktionen beschleunigen, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. 1909 führte Fritz Haber die katalytische Ammoniaksynthese (N₂ + 3H₂ ⇌ 2NH₃) an einem Osmiumkatalysator vor (Nobelpreis 1918), und Carl Bosch (Nobelpreis 1931) brachte sie bei der BASF mit dem weit billigeren Eisenkatalysator in den großtechnischen Maßstab. Das Haber-Bosch-Verfahren schluckt heute etwa 1–2 % der weltweit eingesetzten Energie, liefert weit über hundertfünfzig Millionen Tonnen Ammoniak im Jahr und ernährt über synthetischen Stickstoffdünger schätzungsweise die halbe Menschheit. Tiefer hängt keine Technik der Menschheit an der Katalyse — und jede Zelle jedes Lebewesens betreibt ihre eigene Spielart davon: Enzyme, biologische Katalysatoren von außerordentlicher Selektivität, Schnelligkeit und Genauigkeit.
Ein Katalysator beschleunigt eine Reaktion, ohne selbst verbraucht zu werden und ohne die Lage des Gleichgewichts anzutasten; er öffnet einen anderen Reaktionsweg, einen mit niedrigerer Aktivierungsenergie. Weil die Arrhenius-Gleichung k = A·exp(−Eₐ/RT) exponentiell von Eₐ abhängt, ziehen schon bescheidene Absenkungen große Geschwindigkeitsgewinne nach sich — beschleunigt wird dabei aber nur der Weg ins Gleichgewicht, ΔG° und K bleiben, wie sie sind. Homogene Katalysatoren liegen in derselben Phase wie die Edukte: die Säurekatalyse der Esterhydrolyse, Übergangsmetallkomplexe für die Alkenpolymerisation nach Ziegler-Natta, sämtliche enzymatischen Reaktionen. Sie bieten wohldefinierte aktive Zentren und lassen sich mechanistisch durchschauen, sind aber schwer vom Produkt zu trennen. Heterogene Katalysatoren liegen in einer anderen Phase — Eisen für die Ammoniaksynthese, Platin im Abgaskatalysator, Zeolithe beim Cracken — und erkaufen leichte Abtrennung und Robustheit mit unübersichtlichen aktiven Zentren. Enzyme sind die biologische Variante, Proteine und einige RNA-Moleküle, die Ribozyme: Ihre aktiven Zentren sind dem Substrat auf den Leib geschneidert, die Substratspezifität ist eng, und die Geschwindigkeitssteigerungen sind enorm (10⁶–10²⁰). Reguliert wird streng — allosterisch, über posttranslationale Modifikation und über Rückkopplungshemmung; die Michaelis-Menten-Kinetik (1913) fasst das Tempo in v = V_max·[S] / (K_M + [S]), und Coenzyme (NAD⁺, FAD, Coenzym A; Vitamine sind deren Vorstufen) erweitern das chemische Repertoire. Wer Katalysatoren entwirft, wägt ab zwischen Aktivität (hohe Umsatzfrequenz), Stabilität unter Reaktionsbedingungen, Preis (Edelmetalle können alles, kosten aber) und vor allem Selektivität: 99 % Selektivität bei mäßigem Tempo sind weit mehr wert als hohes Tempo mit Nebenprodukten. Katalysatorgifte setzen sich unlösbar auf die aktiven Zentren und legen alles still — Blei vergiftete die Platinkatalysatoren im Auspuff, weshalb verbleites Benzin verschwand; Schwefel vergiftet viele Übergangsmetallkatalysatoren. Die moderne Oberflächenforschung (STM, XPS bei Umgebungsdruck, Einzelatomkatalyse) erkennt die aktiven Spezies inzwischen Atom für Atom.