Buddhistische & ostasiatische Philosophie
- The Axial Age and its three foundersnoch nicht geprüft
- Four Noble Truths, no-self, and dependent arisingnoch nicht geprüft
- Theravada, Mahayana, Vajrayana, and Zennoch nicht geprüft
- Confucian ritual and the Daoist wu weinoch nicht geprüft
Innerhalb von vielleicht zweihundert Jahren traten in geografisch unverbundenen Regionen drei Gründungsgestalten auf. Konfuzius (Kongzi, 551–479 v. Chr.) zog als Ethiklehrer durch den chinesischen Staat Lu; seine Schüler stellten seine Aussprüche als Analekten zusammen. Siddhartha Gautama, der Buddha (ca. 563–483 v. Chr.), verließ seinen fürstlichen Haushalt, erlangte bei Bodh Gaya unter einem Bodhi-Baum die Erleuchtung und lehrte fünfundvierzig Jahre lang das Dharma. Als Verfasser des Daodejing gilt Laozi. Karl Jaspers nannte diese Spanne die Achsenzeit — die Hälfte des philosophischen Weltkanons ist außerhalb des griechisch-europäischen Stroms entstanden.
Am besten liest man die drei Traditionen als drei Antworten auf dieselbe Frage — wie soll man leben? — und zugleich als ein einziges Gespräch, das zwei Jahrtausende lang quer durch Ostasien lief. Der Buddhismus beginnt mit den Vier Edlen Wahrheiten: Leiden ist der Grundton unerleuchteter Erfahrung, sein Grund ist das Begehren, ein Aufhören ist möglich, ein geordneter Weg führt dorthin. Tragend sind zwei metaphysische Lehren — dass das Selbst kein festes Wesen ist, sondern ein Bündel von Aggregaten im Fluss, und dass alle Erscheinungen in abhängiger Entstehung auseinander hervorgehen. Nach dem Tod des Buddha spaltete sich die Tradition: Theravada bewahrte den Pali-Kanon und prägt Südostasien; das im ersten Jahrhundert n. Chr. in Indien entstandene Mahayana betonte das Bodhisattva-Ideal und Nagarjunas Lehre von der Leerheit und prägt Ostasien; das Vajrayana nahm in Tibet Ritual und Mantra auf. Chan, das Dogen im dreizehnten Jahrhundert als Zen nach Japan brachte, verband daoistische Elemente mit der Koan-Tradition.
Der Konfuzianismus ordnet die Ethik um ein kleines Vokabular — Menschlichkeit, Ritus und Anstand, die vorbildliche Person, kindliche Pietät — und um einen Grundstreit über die menschliche Natur: Mengzi hält sie für ursprünglich gut, Xunzi für roh und auf moralische Erziehung angewiesen. Der Daoismus steht dem konfuzianischen Formalismus fruchtbar entgegen: Das Dao ist das unaussprechliche Prinzip, das der Wirklichkeit zugrunde liegt, wu wei — das Handeln im Einklang mit dem Natürlichen — ist sein zentraler praktischer Begriff, und Zhuangzi trägt seine Philosophie in Erzählungen statt in Lehrsätzen vor, im Schmetterlingstraum wie in der Geschichte vom Koch Ding. Die entscheidende Synthese gelang im zwölften Jahrhundert Zhu Xi: Sein Neokonfuzianismus nahm buddhistisches und daoistisches Material in einen metaphysischen Rahmen auf, der sechshundert Jahre lang in Ming- und Qing-China, im Joseon-Korea und im Tokugawa-Japan Orthodoxie blieb.