Drei Zahlen spannen den Rahmen auf. Atmosphärisches CO₂: 280 ppm im Jahr 1750, 420 ppm im Jahr 2024, mit einem Anstieg von rund 2,5 ppm pro Jahr. Globale mittlere Oberflächentemperatur: +1,3 °C über der Basislinie 1850–1900, wobei die vier wichtigsten instrumentellen Aufzeichnungen auf etwa 0,1 °C genau übereinstimmen. Kumulierte menschengemachte CO₂-Emissionen seit 1750: rund 2.500 Gt, von denen etwa die Hälfte in der Atmosphäre bleibt. Der IPCC AR6 (2021) hält fest: Es ist eindeutig, dass menschlicher Einfluss Atmosphäre, Ozean und Land erwärmt hat. Das ist der gesicherte Kern. Alles andere — Klimasensitivität, Zeitpunkt von Kipppunkten, regionale Folgen, Dekarbonisierungspfade, angemessene politische Antworten — ist ernsthaft umstritten. Das polymathische Vorgehen ist, sauber und klar zu trennen.
Der Fall für die menschengemachte Erwärmung steht und fällt nicht mit einer einzelnen Messung. Er steht und fällt mit der Konvergenz unabhängiger Belege. Direkte CO₂-Messungen seit 1958 — die Keeling-Kurve — und Eiskern-Reihen, die rund 800.000 Jahre zurückreichen, zeigen: die heutigen Konzentrationen übertreffen alles, was die letzte Million Jahre kannte. Oberflächentemperaturen aus Tausenden Wetterstationen und Ozeanbojen ergeben, von mehreren Gruppen unabhängig ausgewertet, konsistente globale Trends. Die Physik auf Prozessebene — Strahlungstransferrechnungen, die die Infrarotabsorption von CO₂ und Methan Molekül für Molekül aus der Quantenmechanik herleiten — sagt genau die Größenordnung der beobachteten Erwärmung voraus. Den stärksten Beleg liefern die Fingerabdrücke: CO₂-getriebene Erwärmung wärmt die untere Atmosphäre und kühlt die Stratosphäre; solare Erwärmung würde beide wärmen. Arktische Verstärkung mit dem Drei- bis Vierfachen der globalen Rate, mehr Erwärmung über Land als über Ozean, mehr nachts als am Tag — vom CO₂-Antrieb vorhergesagt, in den Daten zu sehen. Die Isotopensignatur des atmosphärischen CO₂ verrät seine fossile Herkunft wie ein Fingerabdruck. Eine ehrliche Karte des Wissensstandes hat vier Ebenen. Der gesicherte Kern — CO₂-getriebene Erwärmung, Ozeanversauerung, Meeresspiegelanstieg, grobe Richtung der regionalen Folgen — ist unter aktiv forschenden Klimawissenschaftlern nicht ernsthaft strittig. Wahrscheinlich, aber in der Größe unsicher: die Klimasensitivität im IPCC-Bereich von 2,5–4 °C, die Schwellen, an denen Kippelemente in einen anderen Zustand wechseln könnten, dekadische regionale Muster. Echt umstritten: die Machbarkeit konkreter Dekarbonisierungspfade und der Zeitpunkt von Kaskadenrisiken. Politik und Wert, nicht Wissenschaft: wieviel Erwärmung akzeptabel ist. Diese Ebenen in eine der beiden Richtungen zu verwechseln, ist der häufigste Fehler des öffentlichen Klimadiskurses.
2024 war das wärmste Jahr in der instrumentellen Aufzeichnung und das erste Einzeljahr, das im Mittel +1,5 °C über vorindustriellem Niveau lag. Marine Hitzewellen treten zunehmend häufig und heftig auf; das Nordatlantik-Ereignis 2023–24 hielt eine Anomalie von +3 bis +5 °C monatelang. Extremwetter-Attribution — die Zuordnung konkreter Ereignisse zum Klimawandel — ist heute peer-reviewter Alltag, und die Hitzeglocke im pazifischen Nordwesten 2021 wurde ohne anthropogene Erwärmung als praktisch unmöglich eingestuft. Die globalen Emissionen steigen weiter (rund 0,5 % im Jahr 2024 gegenüber 2023). Unter den heute erklärten Politiken steuern wir auf rund 2,7 °C bis 2100 zu, unter vollständig umgesetzten Zusagen auf rund 2,1 °C — das Ziel des Pariser Abkommens ist damit noch nicht politisch gedeckt. Solar und Wind sind heute in den meisten Teilen der Welt der billigste neue Strom, und Elektroautos erreichten 2024 rund 20 % der globalen Neuwagenverkäufe (gegenüber 3 % im Jahr 2020). Der umstrittene Bereich ist der Schauplatz der Politik des nächsten Jahrzehnts; der gesicherte Kern ist das, worauf sie reagiert.