Drehimpuls
- L = r × p and L = I·ωnoch nicht geprüft
- Conserved when no external torque actsnoch nicht geprüft
- Gyroscopic precession perpendicular to spin and torquenoch nicht geprüft
- Quantized orbital and half-integer spinnoch nicht geprüft
Eine Eiskunstläuferin, die die Arme anzieht, wird schneller. Ein Kreisel widersetzt sich auf rätselhafte Weise dem Umkippen. Ein Neutronenstern — der kollabierte Rest eines massereichen Sternkerns — dreht sich tausendfach pro Sekunde. Hinter allen drei Phänomenen steckt ein einziges Prinzip: die Drehimpulserhaltung, das rotatorische Gegenstück zur Impulserhaltung, gültig, solange kein äußeres Drehmoment wirkt. Das Prinzip ist zutiefst geometrisch — es folgt aus der Rotationssymmetrie der Naturgesetze — und es wirkt vom Spin eines Elektrons (dem kleinsten dauerhaften Drehimpuls, den wir kennen) bis zur Rotation von Galaxien.
Der Drehimpuls um eine gewählte Achse ist 𝐋 = 𝐫 × 𝐩 — das Kreuzprodukt aus Ortsvektor (von der Achse zum Körper) und Linearimpuls. Für einen starren Körper, der mit Winkelgeschwindigkeit 𝛚 rotiert, gilt 𝐋 = I·𝛚, wobei I das Trägheitsmoment ist — ein Tensor, der die Massenverteilung um die Achse beschreibt. Erhaltung: ohne äußeres Drehmoment bleibt 𝐋 konstant. Das Beschleunigen der Eiskunstläuferin: Arme an → kleineres I → größeres ω, bei erhaltenem L. Das Drehmoment selbst ist die zeitliche Änderung des Drehimpulses (𝝉 = d𝐋/dt) — das rotatorische Gegenstück zur Kraft. Die Kreiselpräzession ist das geometrische Phänomen, dass ein Drehmoment an einem rotierenden Körper die Drehachse präzedieren lässt (langsam herumdrehen) statt sie unmittelbar zu kippen: die Reaktion steht senkrecht zu Spin und Drehmoment, weil der Drehimpuls ein Pseudovektor ist und sich das Drehmoment vektoriell zu ihm addiert. Keplers zweites Gesetz — ein Planet überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen — ist Drehimpulserhaltung um die Sonne. Die Quantenmechanik macht den Drehimpuls quantisiert: der Bahndrehimpuls hat Eigenwerte ℏ·√(l(l+1)) für l = 0, 1, 2, …, der Spin-Drehimpuls bei Fermionen halbzahlige Werte. Das Spin-Statistik-Theorem (Pauli, 1940) verknüpft Drehimpuls und Teilchenstatistik: halbzahliger Spin → Fermion → Pauli-Ausschluss; ganzzahliger Spin → Boson → Bose-Einstein-Statistik. Jedes Elementarteilchen trägt einen bestimmten intrinsischen Spin — Elektronen, Protonen, Neutronen alle Spin-½; Photonen Spin-1; das Higgs Spin-0; das hypothetische Graviton Spin-2. Der Noether-Satz: der Drehimpuls bleibt erhalten, weil die Naturgesetze invariant unter Rotation sind — sie sehen in jeder Richtung gleich aus.