Alzheimer-Krankheit
- Amyloid-β plaques and tau tanglesnoch nicht geprüft
- From entorhinal cortex outward through the brainnoch nicht geprüft
- APOE-ε4, aging, and modifiable risknoch nicht geprüft
- Lecanemab, donanemab, and modest slowingnoch nicht geprüft
1906 stellte der deutsche Psychiater Alois Alzheimer auf einer Tagung in Tübingen einen Fall vor: Auguste Deter, 51 Jahre alt, mit fortschreitendem Gedächtnisverlust, Desorientierung, Paranoia und schließlich vollständigem Verlust des Wiedererkennens. In der Obduktion zeigte ihr Gehirn extrazelluläre Plaques zwischen den Neuronen und intrazelluläre Bündel in ihnen. Der Vortrag war schlecht besucht, die Veröffentlichung kaum beachtet. Ein Jahrhundert später verankern diese beiden Läsionen noch immer die vorherrschende Theorie der Krankheit — die Amyloid-Hypothese —, und die Krankheit selbst ist zur häufigsten Ursache von Demenz geworden, betrifft schätzungsweise 55 Millionen Menschen weltweit und soll sich bis 2050 verdreifachen. Der Schaden beginnt leise, in den Gedächtnisschaltkreisen des Hippocampus, Jahre bevor eine Diagnose möglich ist — und über weite Teile des dazwischenliegenden Jahrhunderts ließ sich die Diagnose erst in der Obduktion sichern, durch das Auffinden eben jener Plaques und Bündel, die Alzheimer gezeichnet hatte. Trotz dreißig Jahren intensiver pharmazeutischer Investitionen wurden die ersten krankheitsmodifizierenden Wirkstoffe erst 2023–24 zugelassen.
Auf die Alzheimer-Krankheit entfallen 60–70 % aller Demenzen. Zwei pathologische Kennzeichen definieren sie: Amyloid-β-Plaques (extrazelluläre Aggregate aus fehlerhaft gespaltenem Amyloid-Vorläuferprotein) und neurofibrilläre Bündel (intrazelluläre Aggregate aus hyperphosphoryliertem Tau-Protein). Die Amyloid-Hypothese — wonach die Plaque-Anhäufung das auslösende Ereignis ist, aus dem Bündel, Neuronensterben und Demenz folgen — bestimmt das Feld seit den 1990er-Jahren, doch ihre Geschichte ist eine schmerzhafte: Dutzende Wirkstoffe, die Amyloid senkten, verlangsamten den Abbau der Patienten nicht, und ein gefeierter Nature-Artikel von 2006, der eine bestimmte lösliche Amyloid-Spezies als Gedächtnisgift ausgewiesen hatte, erwies sich 2022 als offenbar auf gefälschten Bildern beruhend und wurde schließlich zurückgezogen — was eine Forschungslinie in Zweifel zog, die eine ganze Forschergeneration geprägt und Hunderte Millionen Dollar an Fördermitteln gelenkt hatte. Die Pathologie breitet sich in einer charakteristischen anatomischen Abfolge aus — erst entorhinaler Kortex, dann Hippocampus, dann Assoziationskortizes, schließlich nahezu der gesamte Kortex —, weshalb der früheste und aufschlussreichste Schaden den Hippocampus trifft, die Schaltstelle des Gehirns für das Bilden neuer Erinnerungen, sodass das erste klinische Zeichen meist der Verlust jüngster Ereignisse ist, während ältere erhalten bleiben. Der klinische Verlauf folgt der Ausbreitung: zuerst Verlust des episodischen Gedächtnisses, dann exekutive Funktionen, Sprache und visuell-räumliche Defizite, am Ende globale Demenz und Verlust der Selbstständigkeit über einen Verlauf, der oft acht bis zehn Jahre dauert. APOE-ε4 ist der stärkste häufige genetische Risikofaktor (drei- bis vierfach für Heterozygote, etwa zwölffach für Homozygote); GWAS-Studien haben Dutzende weitere Gene identifiziert, viele davon in Immun- und Lipid-Stoffwechselwegen. Das Alter ist von allen Faktoren der stärkste (die Inzidenz verdoppelt sich nach dem 65. Lebensjahr etwa alle fünf Jahre), und die Lancet-Kommission zu Demenz (2024) schätzt, dass rund 45 % der Fälle durch das Angehen modifizierbarer Faktoren — Bluthochdruck, Diabetes, Hörverlust, soziale Isolation, Bewegungsmangel, Depression — verhindert oder hinausgezögert werden könnten.