Aktivierungsenergie & die Arrhenius-Gleichung
- The activation-energy barrier on the energy surfacenoch nicht geprüft
- k = A·exp(−E_a/RT) and the Arrhenius plotnoch nicht geprüft
- Catalysts lower E_a without moving equilibriumnoch nicht geprüft
- Shelf-life and battery-degradation kineticsnoch nicht geprüft
In Leipzig, bei Ostwald, untersuchte der dreißigjährige Svante Arrhenius 1889 die Temperaturabhängigkeit der säurekatalysierten Inversion von Rohrzucker. Dass die Reaktion in der Wärme steil schneller wird, wusste jeder; Arrhenius wollte wissen, welcher Form dieser Anstieg folgt. Sein Vorschlag: Reagieren können nur Moleküle, die eine Schwellenenergie mitbringen — eine Aktivierungsenergie E_a —, und der Anteil oberhalb dieser Schwelle folgt der Boltzmann-Verteilung. Damit musste die Geschwindigkeitskonstante wie k = A · exp(−E_a / RT) verlaufen. Die Gleichung ist eine Zeile Algebra. Sie wurde zur meistgebrauchten Beziehung der chemischen Kinetik, zur Grundlage der Eyringschen Theorie des Übergangszustands und zum Zugpferd jeder Haltbarkeitsrechnung und jedes Batteriealterungsmodells, das seither entstanden ist.
Das physikalische Bild ist eine Barriere. Edukte und Produkte liegen als Täler auf einer Potentialfläche; dazwischen sitzt ein Sattel, der Übergangszustand, den ein Molekül überwinden muss, um sich umzuwandeln. Den Aufstieg bezahlt die thermische Energie: Der Boltzmann-Anteil oberhalb von E_a beträgt näherungsweise exp(−E_a / RT). Im präexponentiellen Faktor A stecken Stoßhäufigkeit und Orientierung. Trägt man ln k gegen 1/T auf, ergibt sich eine Gerade der Steigung −E_a / R — die Arrhenius-Auftragung, an deren Steigung sich die Aktivierungsenergie unmittelbar ablesen lässt. Die Abhängigkeit ist brutal nichtlinear: Eine organische Reaktion mit E_a ~ 50 kJ/mol verdoppelt ihre Geschwindigkeit nahe Raumtemperatur etwa alle 10 °C. Henry Eyring schärfte das Bild 1935 mit statistischer Thermodynamik zur Theorie des Übergangszustands: k = (k_B T / h) · exp(−ΔG‡ / RT). Entscheidend ist, was daraus für die Katalyse folgt. Ein Katalysator senkt E_a, indem er einen neuen Weg über eine niedrigere Barriere eröffnet, und wird dabei nicht verbraucht; senkt er E_a bei Raumtemperatur um 30 kJ/mol, läuft die Reaktion rund 200.000-mal schneller ab. An den Gleichgewichtskonstanten ändert er nichts, nur an der Geschwindigkeit, mit der sich das Gleichgewicht einstellt. Das Haber-Bosch-Verfahren bringt Stickstoff und Wasserstoff mit Eisen bei Temperaturen ins Ammoniak-Gleichgewicht, die der unkatalysierten Reaktion verschlossen bleiben. Die Enzymkatalyse brief 279 ist die biologische Ausführung derselben Idee und erreicht durch sehr genaue Bindung des Übergangszustands Beschleunigungen bis zum Faktor 10¹⁷.